Baronie Tharnwald Regierung
Baronin Elendra Steinhall, eine kluge und standfeste Frau mittleren Alters, führt Tharnwald mit ruhiger Hand. Ihre Familie stammt ursprünglich aus den südlichen Tälern der Uferreiche, doch Elendra wurde durch ihre Verdienste während der Befriedung der Nordpfade zur Verwalterin der Baronie ernannt. Ihr Rat besteht aus sechs gewählten Vertretern – je zwei aus den Städten, den Dörfern und dem Umland.
Lage im Herzogtum
Tharnwald liegt im nordwestlichen Teil des Herzogtums Tir Avelmor, an den Ausläufern des Nebelkamms, einem niedrigen, moosbedeckten Gebirgszug, der in das zentrale Hochland von Tir Avelmor übergeht. Die Baronie grenzt im Osten an dichte, immergrüne Mischwälder, während sich im Westen sanfte Hügel und weite Wiesentäler öffnen.
Beschreibung und Einwohnerzahl
Tharnwald ist von ruhigem, traditionsverbundenem Charakter. In den vier Dörfern und zwei Städten leben rund 12.000 Bewohner, verteilt auf schiefergedeckte Fachwerkhäuser, niedrige Gutshöfe und verstreute Waldgehöfte. Viele Familien leben hier seit Generationen in denselben Tälern. Trotz ihrer Abgelegenheit ist Tharnwald bekannt für Gastfreundschaft und ausgezeichnete Schnitzkunst.
Landschaft und Geografie
Die Baronie ist geprägt von den sanften Höhenzügen des Nebelkamms, durchzogen von dunklen Nadelwäldern und von kühlen, klaren Bächen gespeist. Der Rauquellfluss entspringt tief in den Bergen und durchzieht die gesamte Region bis zum Südufer. Der Rabenwald, ein uralter Mischwald mit Eichen, Tannen und blühendem Unterholz, ist Heimat vieler seltener Tierarten. Im Nordosten liegt der kleine Lyndarsee, ein geheimnisvoll stilles Gewässer, das im Morgengrauen silbern schimmert.
Flora
Die Wälder Tharnwalds sind reich an Silbermoos, Eisenfarn, Dornbeerensträuchern und der seltenen Myrglan-Wurzel, die nur im Schatten alter Steine wächst und fiebersenkende Kräfte besitzt. In den Hügeln blühen im Frühjahr ganze Felder von Schattenveilchen und Goldsternblumen.
Fauna
Tharnwald beheimatet neben Hirschen, Wildschweinen und Grauwölfen auch den seltenen Aschfalken, der als Bote des Schicksals gilt. In den Seen leben silberglänzende Steinlachse, deren Fleisch als Delikatesse gehandelt wird. Nachts hört man oft das ferne Rufen der Nebelkrähen, die in Schwärmen durch den Rabenwald ziehen.
Rohstoffe
Der Nebelkamm liefert feinkörnigen Dunkelschiefer, der für Dächer und Bildhauerarbeiten genutzt wird. In den südlichen Minen wird außerdem Bernsteinstein gewonnen – ein leuchtend orangefarbener Halbedelstein, der sich bei Erwärmung leicht verformen lässt. Das Holz des Rabenwaldes ist besonders biegsam und bei Bogenmachern begehrt.
Beschreibung der Architektur
Die Architektur Tharnwalds vereint Einfachheit und Beständigkeit: massive Steinmauern mit dunklen Holzbalken, hohe Schornsteine und bemalte Fensterläden. In den Städten finden sich viele gotisch wirkende Spitzdächer, während die Dörfer traditioneller gehalten sind. Besonders auffällig sind die runenverzierten Türbalken, die Schutz und Segen symbolisieren.
Beschreibung des täglichen Lebens
Das Leben in Tharnwald ist von Arbeit und Festen gleichermaßen geprägt. Morgens ziehen die Bauern auf ihre Felder, während Handwerker sich in Werkstätten treffen. In den Gasthäusern wird mittags gemeinsam gegessen. Abends versammelt man sich zu Musik, Geschichten und dem Genuss des beliebten Rabenmetts, eines dunklen Honigweins. Die Dorfgemeinschaft ist eng, Hilfsbereitschaft eine Selbstverständlichkeit.
Wer sind die Bewohner
Menschen bilden die Mehrheit, doch in den Städten leben auch einige Zwergenfamilien, die als Steinmetze geschätzt sind. Im südlichen Dorf Eldenruh gibt es ein kleines elfisches Heiligtum, betreut von einer alten Priesterin des Lichts. Die Bevölkerung ist traditionsbewusst, aber offen gegenüber Fremden, die mit Respekt kommen.
Wirtschaft & Handel
Die Baronie lebt vom Holz- und Schieferhandel, sowie vom Verkauf seltener Kräuter und Felle. Besonders die Bogenmacher aus Tharnwald sind in ganz Londaria bekannt. Auf den regelmäßigen Jahrmärkten tauschen Händler aus Tir Velanor, Tir Caleth und sogar Melanor ihre Waren gegen Bernsteinstein, Bogenrohlinge und Kräutersalben.
Wichtige Gebäude
- Die Halle der Ältesten in Steinfurt, ein Versammlungshaus mit geschnitzten Wänden und farbigen Fenstern
- Die Weidenkapelle, ein halb im Boden liegender Tempel, der den Göttern des Waldes geweiht ist
- Der Rabenwehrturm, ein alter, renovierter Wachposten aus der Zeit der ersten Erkundungen Calendors
Wichtige Persönlichkeiten
Baronin Elendra Steinhall : klug, erfahren und volksnah
Thuram Eisenfäule : ein zwergischer Schmiedemeister, der aus dunklem Erz legendäre Klingen fertigt
Elariel vom Lichtbaum : elfische Heilerin und Bewahrerin alter Mythen
Lennoc der Flinke : ein menschlicher Kräutersammler und Geschichtenerzähler, dessen Worte fast so viel Wirkung haben wie seine Salben
Städte
- Steinfurth, Verwaltungssitz der Baronie, mit Festhalle, Handwerksgilden und kleiner Magierloge
- Rabenstein, Handelsort mit alten Türmen, Bogenmachern und Wochenmarkt
Dörfer
- Eldenruh, ein ruhiges Waldnest mit elfischem Heiligtum
- Windenhall, bekannt für seine Wildkräuter und geräucherten Forellen
- Draubach, ein kleines Dorf am gleichnamigen Bach, mit einer alten Mühle
- Nebelrast, hoch gelegen am Rand des Rabenwaldes, oft in sanften Dunst gehüllt