Kortus
Kortus – Gott des Kampfes, der Ehre, des Opfers und der Zerstörung, Kortus selbst wird in mythologischen Visionen als gewaltiger Krieger mit Haut aus geschwärztem Metall beschrieben, durchzogen von leuchtenden Adern aus Lava. Seine Augen brennen in der Farbe geschmolzener Klingen, seine Stimme ist ein Echo aus tausend Kriegsschreien. In friedlichen Zeiten erscheint er zuweilen als alter, schweigsamer Schmied, dessen Blick tief genug ist, um das Herz eines Kriegers zu lesen. Die Waffe, die er trägt, ist nie dieselbe – doch immer ist sie schwer, gezeichnet von Kämpfen und doch gereinigt von Sinn.
Kortus – in den östlichen Reichen auch unter den Namen Talos oder Kumaron bekannt – ist eine urgewaltige Gottheit, deren Präsenz die Herzen von Kriegern ebenso erfüllt wie erschüttert. Er ist der Gott des Kampfes, der Ehre, des Opfers und der Zerstörung, doch seine Bedeutung reicht weit über bloßen Krieg hinaus. Kortus steht für jene Grenzlinie, an der rohe Gewalt zur Prüfung wird, an der das Chaos durch Disziplin gebändigt und aus der Zerstörung neues Fundament geschaffen wird. Seine Anhänger verehren ihn als Patron des ehrenvollen Kampfes, als Schutzherr aller, die für andere ihr Leben einsetzen – seien es Soldaten, Wachen, Söldner oder einfache Männer und Frauen, die in Zeiten der Not zu den Waffen greifen.
In Londaria nimmt Kortus eine zentrale Rolle im Glauben und in der Gesellschaft ein. Wo er in anderen Reichen oft als zerstörerischer Kriegsgott gefürchtet wird, als Auslöser von Barbarei, Chaos und brandschatzender Wut, wird er in Londaria als Wächtergott verehrt – als disziplinierte und pflichtbewusste Macht, die nicht blind tötet, sondern mit jedem Schlag Verantwortung trägt. Seine Macht liegt nicht nur im Stahl der Waffe, sondern im Willen, sie zur rechten Zeit zu führen – und sie zu senken, wenn das Opfer vollbracht ist.
Die alten Legenden berichten, dass Kortus aus dem Herz des ersten Gefallenen hervorging. Als der erste Held in einer Schlacht fiel, nicht aus Ruhmsucht, sondern um ein Dorf zu retten, das ihn nie gekannt hatte, da habe sich aus dem aufsteigenden Rauch ein Wesen erhoben, geformt aus Asche, Blut und Glut – Kortus. Seitdem gilt er als Gott der letzten Verteidigung, der das Schwert nicht hebt, um zu herrschen, sondern um zu schützen, zu prüfen, zu läutern.
Das Flammenschwert
Kortuss heiliges Symbol ist das Flammenschwert – eine monumentale Klinge, deren Schneide in ewigem Feuer brennt, ein Feuer, das weder Wärme noch Licht spendet, sondern Wahrheit. Das Flammenschwert ist das Sinnbild für die Gnade durch Prüfung, für das Opfer im Feuer des Lebens. Es steht auf Bannern, wird in die Brustplatten der Paladine eingraviert, in Ringgravuren für Eidträger getragen und in Altäre aus schwarzem Eisen geschmiedet.
Die Flammen symbolisieren nicht nur zerstörerische Kraft, sondern auch Reinigung, Leidenschaft, Mut und die unaufhaltsame Energie des Willens. Der Schwertgriff wird in vielen Darstellungen als umschlungen von Dornen gezeigt – ein Hinweis darauf, dass wahre Stärke immer Schmerz kennt.
Der Blutturm von Vandor
Das spirituelle Zentrum seines Kultes ist der gewaltige Blutturm von Vandor, errichtet auf den Klippen am Rand des Finsterwaldes. Der Turm besteht aus schwarzem Basalt, von Runen durchzogen, und wird ständig von Flammen und Hammerschlägen begleitet. Er ist mehr als ein Tempel – er ist eine Kampfschule, eine Kultstätte, eine Festung und eine Prüfungsstätte für die Gläubigen.
Im Blutturm werden Blutriten, Feuerproben und Stahlprüfungen abgehalten, in denen sich Krieger nicht nur körperlich, sondern auch geistig und seelisch Kortus weihen.
Im Herzen des Turms liegt das Feuerheiligtum, wo das erste Flammenschwert ruhen soll – eine Klinge, von der gesagt wird, sie könne nur von einem Krieger geführt werden, der sein Leben bereitwillig opfert, noch bevor er den Feind sieht.
Die dort ausgebildeten Kämpfer gelten als diszipliniert, standhaft und unerschütterlich. Viele von ihnen steigen zu Blutwächtern auf – eine Eliteeinheit, die dem König direkt unterstellt ist und nur aus jenen besteht, die Kortus dreimal im Feuer angerufen und überlebt haben.
Hohepriester Dragan Sturmfaust
Der bekannteste und gefürchtetste Anhänger Kortuss ist Dragan Sturmfaust, ein Zwerg, der mehr Narben als Worte trägt. Seine körperliche Erscheinung ist ebenso eindrucksvoll wie seine geistige Festigkeit. Er führt die Blutwächter mit eiserner Hand und duldet keine Schwäche. Seine Lehren drehen sich um Klarheit, Pflicht und Überwindung. In seinen Augen ist jeder Kampf ein Spiegel der Seele:
Wer kämpft, erkennt sich. Wer flieht, verrät sich.
Er lehrt, dass das Schlachtfeld ein heiliger Ort sei, weil sich dort zeigt, was der Glaube an Kortus wirklich bedeutet. Er ist der Vollstrecker der Feuertaufe, und kein Krieger darf das Rüstungsband der Blutwächter tragen, ohne seinen Blick ausgehalten zu haben.
Glaube und Lehre
Kortus ist kein Gott, zu dem man betet, wenn man Frieden will. Er ist der, den man ruft, wenn der Frieden verteidigt werden muss. Er steht jenen bei, die bereit sind, das eigene Blut für das Wohl anderer zu vergießen. Sein Weg ist hart, doch gerecht. Sein Blick ist unerbittlich, aber nie ohne Ziel. Wer ihn ehrt, muss nicht siegen. Doch er muss standhalten.
Denn vor Kortus zählt nicht der Triumph. Sondern die Haltung – im Angesicht der Flamme.
Kortus hat keine leichten Anhänger – wer ihn verehrt, kennt Schmerz, Verlust, Wut, aber auch Pflicht, Treue und Disziplin. Sein Kult ist geprägt von Ritualen, die Opferbereitschaft und Ehrgefühl fordern.
Typische Gläubige Kortus'
- Soldaten aller Ränge, die ihre Pflicht höher schätzen als ihr Leben
- Söldner, die einen Kodex über Gold stellen
- Wettkämpfer, die sich der Herausforderung stellen, auch ohne Aussicht auf Sieg
- Paladine und Blutwächter, die in seinem Namen Schwüre ablegen
- Schmiede, die Waffen als heilige Werkzeuge verehren
Andere Namen für Kortus
Talos, Kumaron, Der Flammenrichter, Klingenherr, Blutvater, Der Stahlmarschall
Gebet an Kortus – „Klinge meines Herzens“
Dieses Gebet wird oft im Morgengrauen gesprochen, während sich Krieger rüsten oder auf ein Duell vorbereiten. In den Hallen der Blutwächter wird es in einem Chor aus hundert Stimmen gesprochen, bevor sie in den Einsatz ziehen.
Kortus, Herr des flammenden Stahls, du, der Mut über Angst stellt, entfache die Glut in meiner Seele, stähle meinen Geist wie deine Klinge.
Lass mich fallen mit Ehre, oder stehen mit Standhaftigkeit.
Lehre mich zu dienen, zu opfern, zu kämpfen mit Ziel und Sinn.
Sei mein Schild gegen Feigheit, sei mein Schwert gegen Scham.
Hohe Feiertage Kortus'
Festname Zeitpunkt Bedeutung Bräuche
Ritualduelle, Tag der Sommersonnen Reinigung durch Feuertaufen, Glutklinge wende Kampf Schmiedefeste
Rückkehr zur Prozessionen in Rüstung, Erster Sturmmarsch Stärke nach dem Gelöbnisse, Marsch Frühlingstag Winter durch Aschefelder
Blutopfer (symbolisch), Herbst- Ehrerbietung an Gedenkreden, Blutfest vollmond die Gefallenen Benennung neuer Klingen
Nacht der Stilles Wachen, Wintersonnenw Meditation über letzten Rüstungslagerung, ende Tod und Pflicht Schlacht Abschiedsgebete