Archiv des Rates von Avarion

Dunkle Wolken am Horizont

Chronik über die zerstörte Wahlmaschine, die Kämpfe gegen die Schatten und die vollzogene Wahl der drei Fraktionen.

Archiv des Rates von Avarion · Dunkle Wolken am Horizont
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An den Hohen Rat von Avarion

Chronik über die zerstörte Wahlmaschine, die Kämpfe gegen die Schatten und die vollzogene Wahl der drei Fraktionen.

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Zur Verwahrung im Archiv des Rates und als Aufzeichnung der Ereignisse, die unter den Reisenden als „Dunkle Wolken am Horizont“ bekannt wurden.

Vom Auftrag der Reisenden

Die Reisenden kamen nicht als Vertreter einer der drei Fraktionen nach Londaria. Der Rat von Avarion hatte Fremde aus Ländern jenseits des Reiches als unabhängige Beobachter zugelassen, damit sie der anstehenden Wahl beiwohnen und später bezeugen konnten, dass deren Ablauf unter den Augen Außenstehender erfolgt war. Ein entsprechendes Mandat wies sie als Beobachter aus. Ihre Überfahrt führte sie auf der Nebelkrähe zum Ort der Wahl.

Die Wahl sollte mit Hilfe einer arkanen Maschine durchgeführt werden. Im Mittelpunkt der Anlage stand ein Kristallsplitter, dessen Kraft mit dem Land verbunden war. Die Maschine sollte diese Kraft während der Wahl aufnehmen und der siegreichen Fraktion zuordnen. Nach den Angaben der Wächter durfte die Verbindung nur für kurze Zeit unterbrochen bleiben. Wäre der Splitter nicht rechtzeitig wieder eingesetzt und die Maschine nicht betriebsbereit geworden, hätte sich die Magie des Landes über längere Zeit abgeschwächt.

Von der zerstörten Wahlmaschine

Als die Reisenden den Wahlort erreichten, fanden sie die Maschine nicht betriebsbereit vor. Teile der Verkleidung waren geborsten, mehrere Bauteile fehlten, andere waren zerstört. Rauch und Trümmer zeigten, dass die Anlage kurz zuvor mit großer Gewalt beschädigt worden war. Die Fragmente des eingesetzten Kristalls lagen in der Umgebung. Bei genauerer Untersuchung zeigte sich, dass dieser Kristall nicht das ursprüngliche Stück gewesen war, sondern eine Fälschung.

Damit änderte sich die Aufgabe der Reisenden. Aus Beobachtern wurden Helfer bei einer Reparatur, deren Ausgang über die Durchführung der Wahl entschied. Die Wächter und die anwesenden Abgesandten konnten die notwendigen Kräfte nicht rechtzeitig selbst heranführen. Die Reisenden mussten fehlende Teile suchen, beschädigte Elemente ersetzen, die Funktionsweise der Anlage verstehen und den echten Kristallsplitter wiederbeschaffen.

Die Wiederherstellung verlangte unterschiedliche Fähigkeiten. Hinweise mussten aus Aufzeichnungen und Aussagen zusammengetragen werden. Fehlende Module lagen nicht an einem einzigen Ort und konnten nicht auf dieselbe Weise geborgen werden. Manche Aufgaben ließen sich durch Verhandlung lösen, andere verlangten Erkundung, Geschick, das Entziffern von Zeichen oder den Umgang mit gefährlichen Wesen. Mehrfach mussten die Reisenden improvisieren, weil einzelne Teile nicht zurückgebracht, sondern neu gefertigt oder aus beschädigten Resten wiederhergestellt werden mussten.

Von den Angriffen der Schatten

Während die Arbeiten an der Maschine fortschritten, kam es wiederholt zu Angriffen dunkler Kräfte. Die vorbereiteten Rituale um den Kristallsplitter wurden von bewaffneten und magisch begabten Gegnern geschützt. Unter den Angreifern befanden sich Schattenwesen und weitere Diener dunkler Mächte. Die Reisenden stellten sich diesen Angriffen und verhinderten, dass die Gegner die Kontrolle über den Kristall und die Reparaturarbeiten gewannen.

Die Kämpfe waren kein von der Wahl getrenntes Ereignis. Wer den Kristall beeinflusste, konnte auch die spätere Bindung der Maschine verändern. Deshalb mussten die Reisenden nicht nur die sichtbaren Angreifer zurückschlagen, sondern zugleich verhindern, dass Rituale oder manipulierte Bestandteile unbemerkt in die wiederaufgebaute Anlage gelangten. Die Reisenden gewannen die Auseinandersetzungen gegen die Schatten und hielten den Zugang zur Maschine offen.

Von der Wiederherstellung der Maschine

Trotz der Zerstörung gelang es den Reisenden, genügend Bauteile zurückzugewinnen oder zu ersetzen. Der echte Kristallsplitter gelangte wieder in ihre Hände. Die Maschine wurde Stück für Stück zusammengesetzt, ihre Leitungen und Module wurden geprüft und die fehlenden Verbindungen ergänzt. Als die entscheidende Zeremonie begann, war die Anlage wieder funktionsfähig.

Damit war der wichtigste Auftrag erfüllt. Die Wahl musste nicht abgebrochen werden, und die Verbindung zwischen Kristall, Maschine und den anwesenden Fraktionen konnte wieder hergestellt werden. Dieser Erfolg war jedoch nicht mit der vollständigen Aufklärung der Sabotage verbunden. Die Reisenden wussten, dass die Maschine manipuliert worden war. Sie fanden jedoch nicht heraus, wer den Angriff auf die Anlage vorbereitet hatte und welche politischen Kräfte dahinterstanden.

Von der letzten Schlacht

Als die Maschine wieder aufgebaut war und die abschließende Zeremonie beginnen sollte, griffen die dunklen Kräfte erneut an. Der Angriff richtete sich gegen den Wahlort und gegen jene, die die Maschine schützen mussten. Die Reisenden stellten sich gemeinsam mit den Verteidigern zwischen die Angreifer und die Anlage. Der Kampf dauerte lange genug, dass die Verteidigung mehrfach zu brechen drohte.

Die Reisenden konnten die dunklen Kräfte schließlich aufhalten. Der Sieg wurde jedoch teuer erkauft. Viele Beteiligte waren verwundet, mehrere Kämpfer konnten ihre Stellung nur mit Unterstützung anderer halten, und die Verteidiger standen zeitweise nahe vor einer Niederlage. Erst nachdem der letzte Angriff abgewehrt war, blieb genügend Ruhe, um die Wahl zu Ende zu führen. Die Maschine blieb funktionsfähig und die Zeremonie konnte fortgesetzt werden.

Vom Ausgang der Wahl

Nach dem Ende der Kämpfe wurde die Wahl unter den drei Fraktionen durchgeführt. Die Auszählung ergab keinen deutlichen Abstand. Die Fraktion der Gerechtigkeit gewann mit knappem Vorsprung. Hinter ihr folgte die Fraktion des Lichts. Die Fraktion der Dunkelheit erreichte den dritten Platz. Damit fiel die Entscheidung erst nach einer Wahl, die nur stattfinden konnte, weil die Reisenden die Maschine rechtzeitig wiederhergestellt und den letzten Angriff abgewehrt hatten.

Fraktion Vermerk des Wahlleiters
Gerechtigkeit Sieger der Wahl, mit knappem Vorsprung.
Licht Zweiter Platz, unmittelbar hinter der Fraktion der Gerechtigkeit.
Dunkelheit Dritter Platz der Wahl.

Von der gemeinsamen Vision

Nach Abschluss der Wahl endeten die Ereignisse nicht mit der Verkündung des Ergebnisses. Alle anwesenden Reisenden wurden von derselben Vision erfasst. Das Gesehene führte sie rund siebenhundert Jahre in die Vergangenheit und zeigte Bilder aus dem Krieg der Finsternis. In der Vision standen Serena Flammenherz und König Arthor Eisenherz den Heeren Morwens des Verfluchten gegenüber. Zu sehen waren Untote, Dämonen und Schatten, die Londaria verwüsteten, sowie die Kämpfe, mit denen die Verteidiger den Untergang des Reiches aufhielten.

Die Vision zeigte außerdem einen Teil dieser Vergangenheit, der den Reisenden zuvor nicht bekannt gewesen war. Sie sahen die Rote Königin, eine Tochter Morwens, die während des Krieges an der Seite der dunklen Mächte gestanden hatte. Später verschwand sie von den Schlachtfeldern. Die Vision führte weiter nach Melanor, wo sie in einer verborgenen Krypta gefunden und nach einem schweren Kampf durch Runen, Magie und ein großes Opfer gebannt wurde. Ihr Leib wurde in einen tiefen Schlaf gezwungen.

Die Vision endete mit einer eindeutigen Warnung: Der Bann der Roten Königin bestand fort, doch ihr Schicksal war nicht endgültig besiegelt. Damit erhielten die Reisenden unmittelbar nach der Wahl Kenntnis von einer Bedrohung, die weit älter war als die Sabotage an der Wahlmaschine.

Feststellung für den Rat

Die Reisenden erfüllten den ihnen übertragenen Auftrag über die ursprüngliche Rolle von Wahlbeobachtern hinaus. Sie setzten die zerstörte Wahlmaschine instand, gewannen die Kämpfe gegen die Schatten und hielten in der letzten Schlacht die dunklen Kräfte vom Wahlort fern. Die Verteidigung erlitt dabei zahlreiche Verwundete und stand nahe vor dem Zusammenbruch.

Die anschließende Wahl gewann die Fraktion der Gerechtigkeit knapp vor der Fraktion des Lichts und der Fraktion der Dunkelheit. Nicht aufgeklärt wurde, welche Kräfte hier wirklich am Werke waren; man vermutete, dass es Kultisten waren. Nach Abschluss der Wahl erlebten alle Reisenden eine gemeinsame Vision über den Krieg der Finsternis und die Rote Königin.

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So verzeichnet und dem Rat von Avarion zur Verwahrung übergeben.