Calendor · Herzogtum

Tir Avelmor

Landschaft, Gesellschaft und die sechs gleichrangigen Teilgebiete des Herzogtums.

Tir Avelmor

Bedeutung: „Land der Nebelquellen“

Lage auf Calendor

Tir Avelmor liegt im südöstlichen Abschnitt Calendors und wird von vielen als das stille Rückgrat der Insel bezeichnet. Im Norden grenzt es an Tir Velanor, im Westen an Tir Silvareth. Im Süden schließlich läuft es in eine lange, zerklüftete Küstenlinie aus, die durch nebelverhangene Grotten, kleine Buchten und von Algen bewachsene Felsvorsprünge geprägt ist. Das zentrale Hochland der Region hebt sich wie ein ruhender Riese aus der Landschaft – es ist diese abfallende, wellenartige Topografie, die Tir Avelmor seinen Namen verliehen hat. Hier liegt die Grenze zwischen Zivilisation und dem ursprünglich Wilden. Viele alte Pfade enden in Tir Avelmor, viele Geschichten beginnen dort. Es ist eine Region der Übergänge, der Verwandlungen, der vergessenen Kulte – und der stillen Erkenntnis.

Landschaft und Geografie

Die Geografie Tir Avelmors ist so poetisch wie launisch. Hochmoore und sanfte Hügellandschaften prägen das Bild – im Osten öffnen sich die winddurchspielten Grasweiten der Falmer-Ebene, während im Westen dunkle Wäldchen, tiefe Bachläufe und in Nebel gehüllte Senken dominieren. Der Lichtfelsrücken, ein ausgedehnter Bergrücken aus hellem Granit, zieht sich wie ein Rückgrat durch die Mitte des Herzogtums. Von seinen Höhen kann man an klaren Tagen weit über den Kratersee Morneluin hinaus blicken. In seinen Tälern wiederum liegen jahrhundertealte Ruinen aus der Zeit vor der Besiedlung Calendors – vergessene Orte, die von uralten magischen Knotenpunkten durchzogen sind. Im Süden liegt das Tieftrank-Becken, ein weit verzweigtes Feuchtgebiet, in dem heilende Wasserpflanzen wachsen und Nebel aus dem Boden steigen, die Visionen auslösen können – wenn man es wagt, sie einzuatmen.

Klima

Das Klima Tir Avelmors ist wechselhaft und kühl, jedoch nicht lebensfeindlich. Wind ist ein ständiger Begleiter, ebenso wie die tanzenden Nebelbänder, die sich in den frühen Morgen- und Abendstunden über das Land legen. Der Regen ist sanft, aber häufig – in manchen Jahren regnet es mehr Tage als es nicht tut. Der Sommer bringt nur wenige heiße Tage, dafür langes, silbriges Licht. Der Winter ist feuchtkalt, mit Frost in der Luft und klarem Himmel über den Hochländern. In der Regel wird das Klima durch den Einfluss der magischen Linien Avalirs stabilisiert – Stürme sind selten, Blitzschläge gelten als schlechtes Omen.

Flora der Region

Tir Avelmor ist ein Eldorado für Alchemisten, Träumer und Philosophen. Viele Pflanzen haben hier Nebel- oder Lichtaffinitäten. Besonders auffällig: Viele der hiesigen Gewächse leuchten bei Nacht oder flüstern bei Wind.

  • Nebelweide – Baum mit silbrig herabhängenden Ästen, deren Blätter bei Wind zu rascheln beginnen, selbst wenn niemand spricht.
  • Dämmerlilie – Helle, flache Blüte, die sich nur bei Dämmerlicht öffnet. Wird in Sehertränken genutzt.
  • Traumwurz – Seltene Pflanze, deren Wurzel beim Zerkauen luzide Träume hervorruft. Nur in sumpfigen Höhlen auffindbar.
  • Wachsmoos – Dickes, gelblich schimmerndes Moos, das auf alten Steinen wächst. Hervorragend als Schutz gegen Kälte und für magische Dichtungen.
  • Schattenrinde – Baumrinde, die von dunklem Glanz überzogen ist. Dient als Schutz gegen Illusionsmagie.

Fauna der Region

Die Tiere in Tir Avelmor sind unauffällig, aber selten gewöhnlich. Viele scheinen sich mehr aus dem Blickwinkel zu entziehen, als dass sie fliehen. Einige Arten existieren nur bei Nacht oder während bestimmter Mondphasen.

  • Mondwolf – Scheuer Einzelgänger, dessen Fell bei Neumond zu glänzen beginnt. Gilt als seelenverwandt mit alten Magiern.
  • Glanzwiesel – Winziges Tier, das bei Sonnenaufgang reflektierende Spuren hinterlässt. Wird von Alchemisten gesucht.
  • Flimmerbarsch – Fischart, die nur bei Vollmond an der Oberfläche erscheint. Seine Schuppen lösen Halluzinationen aus.
  • Wegvogel – Nachtvogel, der Wanderern nachläuft und sie leise warnt, wenn Gefahr naht. Gilt als gutes Omen.
  • Trugbock – Rehähnliches Tier, das in der Lage ist, kurze Zeit doppelt zu erscheinen. Wird in alten Geschichten oft mit Geistern verwechselt.

Rohstoffe der Region

Tir Avelmors Schätze sind unscheinbar und doch von höchstem Wert, besonders in der Alchemie, Illusions- und Naturmagie.

  • Trugborke – Rinde eines alten Baumes, die in Nebel gehüllt Illusionszauber verstärken kann.
  • Sternstaublehm – Lehm aus dem Tieftrank-Becken, in dem mikroskopische Kristalle wie Sternenfunken leuchten.
  • Dämmerstein – Bläulicher Fels, der sich bei Nacht erwärmt. Wird als natürliche Wärmequelle genutzt.
  • Echoerz – Seltene metallische Ader, die den letzten gehörten Ton speichert. Dient als Schlüssel in magischen Archiven.
  • Gleißquarz – Klare Edelsteine, die in Lichtfelsspalten wachsen. Können Zauber reflektieren oder brechen.

Grafschaft und Baronien